Partizipation durch Game-Based Learning

Donnerstag, 9. April 2026
Lesezeit: 4 min
Dana Tovic

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An einem ganzen Nachmittag widmete sich die Belegschaft des Netzwerk Grenchen einer besonderen Form der Weiterbildung: Partizipation erleben – nicht nur theoretisch, sondern spielerisch, emotional und gemeinschaftlich. Unter dem Titel „Partizipation durch Game-Based Learning“ wurde ein Erfahrungsraum geschaffen, in dem Mitarbeitende Zusammenarbeit, Gruppendynamik und Zielerreichung unmittelbar erleben und reflektieren konnten.

Einstieg: Spielerisches Kennenlernen durch Gaming

Zum Auftakt wurden die Teilnehmenden in drei Gruppen eingeteilt und starteten mit einem gemeinsamen Warm-up: dem kooperativen Spiel Pico Park 2. Das Spiel verlangte von den Teams, gemeinsam Rätsel zu lösen und Hindernisse zu überwinden – nur durch Kooperation konnte ein Level erfolgreich abgeschlossen werden.

Schon in dieser ersten Phase zeigte sich, wie unterschiedlich Individuen in einer Gruppe agieren: Einige übernahmen spontan die Führung, andere beobachteten zunächst, wieder andere unterstützten koordinierend im Hintergrund. Das Spiel bot damit einen unmittelbaren Einblick in das Zusammenspiel von Persönlichkeit, Kommunikation und Teamstruktur.

Erste Reflexion: Individuum, Gruppe und Ziel

Nach der ersten Spielrunde folgte eine strukturierte Reflexionsphase. Drei zentrale Fragen standen im Mittelpunkt:

  1. Was ist bei mir persönlich passiert?
    Welche Emotionen hat das Spiel ausgelöst? Freude, Frustration, Ehrgeiz, Unsicherheit oder Stolz?
  2. Was geschieht in der Gruppe?
    Wie bringen sich einzelne Mitglieder ein? Wer übernimmt Verantwortung, wer hält sich zurück? Wie entsteht Dynamik?
  3. Wie erreichen wir gemeinsam ein Ziel?
    Welche Strategien braucht es, damit Zusammenarbeit gelingt?

Die Antworten wurden offen diskutiert. Schnell entstanden Parallelen zum Berufsalltag: Kommunikationsmuster, Entscheidungsprozesse, Rollenverteilungen und der Umgang mit Druck spiegelten sich überraschend deutlich im Spielgeschehen wider.

Um die individuellen Erkenntnisse festzuhalten, erstellten alle Mitarbeitenden persönliche XP-Cards. Auf diesen Karten notierten sie ihre wichtigsten Learnings und emotionalen Erfahrungen aus dem Spielprozess – als persönliche Erinnerung und als Ressource für den Arbeitsalltag.

Team-Challenge: Wenn Zusammenarbeit unter Spannung steht

In der zweiten Gamesession trat der spielerische Charakter in den Hintergrund und wurde durch eine klare Herausforderung ersetzt: Welche Gruppe schafft es am schnellsten durch das Level?

Bevor das Spiel begann, mussten die Teams gemeinsam:

  • eine Strategie für den Sieg entwickeln
  • drei Verhaltensregeln definieren, die eine funktionierende Partizipation im Team ermöglichen

Das Spiel selbst entwickelte schnell eine intensive Dynamik. Es wurde laut, impulsiv, emotional – und gleichzeitig voller Freude. Genau diese Atmosphäre gehört zum Kern von Game-Based Learning: Emotionen verstärken Lernprozesse und machen Erfahrungen nachhaltig.

Die Teams erlebten sehr deutlich, dass Erfolg nur möglich ist, wenn alle zusammenarbeiten. Einzelaktionen führten zum Scheitern, während abgestimmtes Vorgehen Fortschritt brachte. In diesem Moment entstand ein starkes Gefühl von Teamgeist – das Bewusstsein, dass nur gemeinsames Handeln zum Ziel führt.

Zweite Reflexion: Wirkung von Partizipation

Nach der Challenge wurde erneut reflektiert:

  • Wurden die zuvor definierten Regeln eingehalten?
  • Was hat sich im Vergleich zur ersten Runde verändert?
  • Wie wirkt sich echte Partizipation auf Motivation, Verantwortung und Teamspirit aus?

Die Diskussion führte zu einem der inspirierendsten Teile des Tages: der Übertragung in den Arbeitsalltag.

Gerade in einer Zeit, die oft von Zeitdruck, emotionaler Belastung und komplexen Anforderungen geprägt ist, stellt sich die Frage:
Wie können Teams trotzdem gemeinsam funktionieren, Lösungen entwickeln und Ziele erreichen?

Die Teilnehmenden diskutierten konkrete Möglichkeiten, die Erfahrungen aus dem Spiel in ihre tägliche Zusammenarbeit zu integrieren – etwa durch bewusstere Kommunikation, klarere Rollenverteilung oder durch gemeinsame Strategiefindung in Teamsitzungen.

Die Gespräche wurden persönlich, analytisch und tiefgründig. Viele Teilnehmende berichteten von Aha-Momenten – kleinen Erkenntnissen über sich selbst und über die Dynamik von Zusammenarbeit.

Ganz im Sinne der Kultur des Netzwerk Grenchen zeigte sich dabei ein zentraler Gedanke:
Wir wachsen an neuen Erkenntnissen – und auch an schwierigen Situationen.

„Let’s Build“: Partizipation sichtbar machen

Im letzten Teil des Nachmittags wechselte die Methode erneut. Neue Gruppen wurden gebildet und erhielten eine Aufgabe: Mit Lego gemeinsam etwas bauen.

Zunächst mussten die Teams drei zentrale Keypoints für ihren Bauprozess definieren. Erst danach begann die eigentliche Bauphase.

Sehr schnell wurde sichtbar, wie unterschiedlich Menschen an eine gemeinsame Aufgabe herangehen:

  • Manche übernahmen spontan den Lead.
  • Andere suchten nach Konsens und gemeinsamer Planung.
  • Einige begannen direkt, ihren eigenen Raum zu gestalten.

 

Die Resultate waren entsprechend vielfältig. Einige Gruppen erschufen ein grosses gemeinsames Bauwerk, andere entwickelten mehrere Räume, die später durch Brücken verbunden wurden. In manchen Fällen entstand erst beim genauen Betrachten ein Gesamtbild aus vielen individuellen Beiträgen.

Auch hier spiegelte sich der menschliche Prozess von Zusammenarbeit:
Annäherung, Diskussion, Kompromissfindung – manchmal auch Frustration, Rückzug oder erneute Annäherung. Gleichzeitig blieb der Spass und die Neugier erhalten.

Fazit: Partizipation beginnt beim Individuum

Der Nachmittag zeigte eindrücklich, dass Partizipation kein abstraktes Konzept ist, sondern ein lebendiger Prozess. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Persönlichkeiten, Perspektiven und Vorgehensweisen.

Wenn dieser Prozess bewusst gestaltet wird – mit Offenheit, Reflexion und Teamgeist – kann daraus etwas sehr Wertvolles entstehen: ein gemeinsames Ganzes, das grösser ist als die Summe seiner Teile.

Und selbst wenn nicht immer sofort ein perfektes Ergebnis entsteht, bleibt dennoch etwas bestehen:
Menschen wachsen an der Erfahrung, lernen sich selbst besser kennen und reflektieren ihr eigenes Handeln.

Denn letztlich beginnt jede Form von Partizipation an einem zentralen Punkt:

beim Individuum.

 

«DANKESCHÖN 😊

Es hat wirklich sehr viel Spass gemacht und es war von euch top moderiert worden, hatte super Struktur gehabt und wir erreichten in kurzer Zeit sehr viel 😊» Stephanie Frech

«Ich bin beeindruckt!! Durch Hören-Sagen kann man sich nicht im geringsten vorstellen, welchen Mehrwert diese Methode für das Individuum, der Gruppe und das Unternehmen bietet.» Dana Tovic

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